Hallo liebe Tierheim Mitarbeiter,
heute (25.10.) bin ich genau 4 Monate in meinem neuen Zuhause und es geht mir richtig gut. Als ich hier ankam war ich ja sehr schüchtern, wollte nicht bei den Menschen sein und habe lieber alles aus meinen Verstecken beobachtet. Ich war sehr froh darüber, dass ich mit dem anderen Freigängerkater der Familie einen eigenen Raum habe, in dem nicht ständig Menschen sind. Mittlerweile sieht das ganz anders aus. Auch wenn ich immer noch etwas vorsichtig und zurückhaltend bin, kann ich auch ganz viel Positives berichten. Jeden Morgen wenn mein Kumpel Smirre und ich die Katzenklappe zum Rausgehen geöffnet bekommen, fordere ich meine Streicheleinheiten ein. Ich bleibe meistens in der Nähe des Hauses, besuche die Kaninchen und Hühner, hüte die Ziegen oder mache Wettrennen mit der Schildkröte und seit kurzem traue ich mich auch in den Teil des Hauses, in dem die Menschen, Hunde und reine Wohnungskatzen wohnen. Schon im Sommer wollten meine Menschen mich in den Wohnbereich locken, doch obwohl die Tür immer wieder offen stand und mir Leckerlis angeboten wurden, konnte ich mich nicht überwinden über die Türschwelle zu gehen. Irgendwann bin ich dann versehentlich Smirre hinterher gerannt und habe es gar nicht sofort gemerkt. Erst als die Tür nach draußen zu ging, fiel es mir auf und ich bekam Panik. Ich durfte dann natürlich direkt wieder raus. Seitdem sind wenige Wochen vergangen und ich bekomme immer wieder die Möglichkeit in den Wohnbereich reinzugehen. Wenn Smirre dabei ist, schaffe ich auch schon etwa 20 Minuten, ohne Stress zu bekommen. Wenn im Kamin ein Feuer brennt, kann ich auch schon etwas entspannen, Feuer beobachten ist nämlich ganz wunderbar. Abends müssen Smirre und ich übrigens pünktlich zu Hause sein, denn nachts ist unsere Katzenklappe zu. Ich bin ziemlich gut im Pünktlichsein und sehr verlässlich. Weil ich und natürlich auch Smirre so nette und sozialverträgliche Kater sind, haben wir einen kleinen Job. Unsere Menschen kümmern sich schon seit Jahren darum, dass wildlebende Katzen kastriert werden. Die Katzen und Kater wohnen dann ein paar Tage bei uns, bis die OP Narbe so gut verheilt ist, dass sie an ihren Herkunftsort zurück können. Damit die scheuen Tiere hier nicht so viel Stress haben, gehen Smirre und ich zu ihnen und zeigen ihnen, dass das eingesperrt sein gar nicht so schlimm ist. Meistens klappt das sehr gut. Und heute morgen haben wir beide sogar ein kleines Wunder verbracht, sodass die Katzen jetzt sogar mit Impfung und Chip eigene Familien bekommen.
Ihr seht, ich bin hier voll und ganz angekommen und das mit gemeinsamen Leben im Wohnbereich schaffe ich auch noch, ich brauche halt meine Zeit und bestimme das Tempo selbst. Bis bald, Rapunzel von nebenan und ich werden uns in der Adventszeit nochmal melden.
Euer Fuchur mit seiner menschlichen und tierischen Familie

