Liebes Tierheim-Team,
heute vor drei Jahren ist Ronja bei uns eingezogen. Das Leben mit Ronja ist nach wie vor eine Herausforderung, aber dafür schenkt sie uns täglich ihre grenzenlose Liebe und Treue.
Ronja kam schon mit Knie-Arthrosen zu uns. Inzwischen sind Arthrosen in den Ellbogen hinzugekommen. Seit einigen Monaten erhält sie daher dauerhafte Schmerz-Medikation. Damit geht es ihr sehr gut und sie kann sogar endlich gerade sitzen, zuvor hat sie immer seitlich im Entlastungssitz gesessen.
Im letzten Herbst haben wir uns ein Wohnmobil gemietet und sind mit Ronja zu einem Intensiv-Training nach Süddeutschland gefahren. Das Leben im Wohnmobil hat Ronja super mitgemacht. Der Schwerpunkt des Trainings lag auf dem Management von Hundebegegnungen und anderen schwierigen Situationen.
Ronja hat einen ziemlich vollen Terminkalender. Regelmäßig kann sie beim Mantrailing zeigen, was ein Malinois so kann. Auf dem Unterwasserlaufband trainiert sie ihre Muskulatur, um trotz Arthrosen fit zu bleiben. Daneben wird bei zwei verschiedenen Trainerinnen gearbeitet: Einerseits mit dem Schwerpunkt Umweltgewöhnung, Leinenführigkeit und Begegnungen, andererseits mit dem Schwerpunkt Bodenarbeit, Konzentration, Beschäftigung und Bindung. Ronja ist bei all diesen Aktivitäten mit großem Enthusiasmus dabei. Inzwischen kennt sie viele Tricks und Kommandos und lernt auch gerne immer wieder neues dazu.
Zuhause kann Ronja prima entspannen. Sie ist unglaublich kuschelig und verschmust. Sie liebt es im Schnee herumzutoben und sich zu wälzen, daher kam ihr dieser Winter gerade recht. Erst gab es reichlich Schnee im Winterurlaub. Und kaum wieder zu Hause schneite es hier auch noch.
Ronja ist wirklich eine tolle, intelligente und liebevolle Hündin. Trotzdem gibt es aber weiterhin einige Schattenseiten. Entspanntes Spazierengehen ist trotz verschiedener Trainingsansätze leider weiterhin nicht möglich. Neben der stark ausgeprägten Leinenaggression hängt sich Ronja auch weiterhin bei vielen Gelegenheiten mit voller Kraft in die Leine, so dass Gassigehen jedes Mal ein Kraftakt ist und man viel Standsicherheit braucht. Nach insgesamt drei Beißvorfällen mit Gästen bei uns im Haus, kennen wir inzwischen zwar ihre Trigger und können die Situationen so managen, dass nichts mehr passiert, dies erfordert aber jedes Mal von uns volle Aufmerksamkeit und auch von unseren Gästen absolute Beachtung der „Hausregeln“, damit Ronja nicht in alte Muster verfällt und in unserem Besuch keine Eindringlinge sieht, die gestellt und ggf. auch in den Arm gezwickt werden müssen. Inzwischen ist sie hier zwar deutlich ruhiger und entspannter geworden, aber trotzdem müssen die Abläufe bei jedem Besuch genau geplant werden. Auch wenn es schwer nachzuvollziehen scheint, aber für Ronja macht es eben einen Unterschied wer, wann und in welcher Reihenfolge durch eine Tür geht. Das ist so schade, denn eigentlich mag sie Menschen und holt sich gerne reichlich Streicheleinheiten ab.
Auch nach 3 Jahren hat sich leider keine Lösung für einen Hundesitter gefunden, damit wir Ronja mal für ein Wochenende betreuen lassen könnten. Da wir sie aufgrund ihres Verhaltens zu vielen Aktivitäten nicht mitnehmen können, bedeutet dies eine sehr große Einschränkung für uns und wir können weiterhin unseren Hobbys zum Teil nur noch einzeln oder gar nicht mehr nachkommen. Das ist sehr schade und wir hoffen immer noch auf eine hundeerfahrene Person, die bereit wäre sich mal für einen Tag oder ein Wochenende um unsere wundervolle Ronja zu kümmern.
Trotz dieser erheblichen Einschränkungen haben wir die hübsche Hundedame tief ins Herz geschlossen und hoffen, dass sie noch viele glückliche Jahre bei uns erleben kann.
Es grüßen
Ronja & ihre Hundeeltern

