Wildtier gefunden ? - TSV-Giessen

Suchen
Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü:

Wildtier gefunden ?

Im Straßenverkehr verunglücken jedes Jahr Tausende von Igeln, Füchsen und Mardern. Für Vögel werden große Fensterscheiben und Taubennetze zu tödlichen Fallen. Obwohl in vielen Fällen rasche Hilfe notwendig wäre, ist es schwierig, die richtige Anlaufstelle für verletzte Wildtiere zu finden. Wer helfen will, muss die gesetzlichen Regelungen beachten. Diese unterscheiden zwischen herrenlosen Tieren und Fundtieren. Fundtiere sind Heimtiere wie Hund, Katze oder Ziervogel, die ihrem Besitzer entlaufen oder entflogen sind. Wer ein solches Tier findet, ist verpflichtet, es dem Ordnungsamt bzw. Tierheim zu übergeben. Wildtiere und damit herrenlose Tiere fallen unter das Jagd- oder Naturschutzrecht. Auch an diesen Tieren kann durch Fund kein Eigentum erworben werden.
Haben Sie den Verdacht, dass ein gefundenes Tier krank oder verletzt ist, sollten Sie das Tier zunächst aus sicherer Entfernung beobachten - es sei denn Sie erkennen, dass akute Gefahr im Verzug ist. Nicht immer braucht ein Tier die Hilfe der Menschen.
Nur verwaiste Jungtiere, verletzte oder kranke Tiere sind wirklich hilfsbedürftig.


Sind Sie in die Situation geraten, rasch Hilfe für verwaiste Wildtiere finden zu müssen, empfiehlt es sich, zunächst Kontakt zum örtlichen Tierschutzverein aufzunehmen. Auch wenn dieser selber keine Aufnahmemöglichkeit haben sollte, können die Mitarbeiter doch meist gute Pflegeadressen in der Nähe vermitteln. Darüber hinaus kann auch die örtliche Naturschutzbehörde mit geeigneten Adressen weiterhelfen.

Dem Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) zufolge ist es generell verboten, Tiere der besonders geschützten Arten – dazu zählen beispielsweise Vögel, Igel oder Eichhörnchen - der Natur zu entnehmen. Paragraph 43 (6) BNatSchG zufolge ist es allerdings zulässig, kranke oder verletzte Tiere vorübergehend aufzunehmen um sie gesund zu pflegen. Die Tiere sind unverzüglich wieder in die Freiheit zu entlassen, sobald sie sich dort selbständig erhalten können. Im Übrigen sind sie an die zuständige Untere Naturschutzbehörde abzugeben. Handelt es sich um Tiere der streng geschützten Arten, ist die Aufnahme des Tieres unverzüglich der Unteren Naturschutzbehörde zu melden. Informationen zum Schutzstatus stehen auf der Website www.wisia.de.

Nicht nur der Fund einer besonders geschützten Wildtierart muss gemeldet werden. Wenn Sie ein verletztes oder verlassenes Wildschwein, einen Fuchs, einen Hasen, ein Reh oder ein anderes dem Jagdrecht unterliegendes Tier finden, müssen Sie die Jagdbehörde verständigen.

_________________________________________________________________________________________________________________________

Igel gefunden - Was soll ich tun ?

Das Wetter wird langsam spürbar kälter. Das ist die Zeit, in der sich die Winterschläfer auf den Winter vorbereiten. Dazu gehören auch die Igel, die wir jetzt häufiger auch in der Dämmerung antreffen können. Sie bereiten sich auf die kalten Monate vor, die sie in Laubhaufen in den Gärten, auf Wiesen und an Waldrändern versteckt verschlafen. Sie haben sich schon Winterspeck angefuttert, damit sie genügend Reserven für die Zeit haben, die sie mit reduziertem Herzschlag und abgekühltem Körper bis zu 5 Monate verbringen. Bei der Vorbereitung sollten wir sie nicht stören. Auch kleinere Tiere, unter 500 gr, haben noch Zeit, ihr Gewicht während der Herbstmonate zu erhöhen, bis es meist im Dezember bei uns erst richtig kalt wird. Der Tierschutzverein Gießen empfiehlt, den Igeln in unseren Gärten Laub und Äste zu Haufen zusammen kehren Damit schaffen wir ihnen eine gute Grundlage sich einzubuddeln und zu verstecken. Auch mit Futter, z.B. für Katzenwelpen, und einem Schälchen mit Wasser (keine Mich!), können wir ihnen helfen. Manche Leute glauben, ein solches Tier mitnehmen zu müssen, dies ist aber in den meisten Fällen nicht empfehlenswert. Die besten Chancen für die Überwinterung haben gesunde Tiere in der Freiheit. Finden wir natürlich verletzte Tiere, viel kleiner als 500gr, die tagsüber herumlaufen, sichtbare Verletzungen haben, sich nicht mehr zusammen rollen, wenig bewegen, lethargisch sind und untergewichtig, dann sollte man einen Tierarzt zu Rate ziehen. Diese haben manchmal Adressen von Igelstationen, bei denen mit viel Erfahrung die Tiere gesund gepflegt und überwintert werden. Igel sind Wildtiere und dürfen aus der Natur nicht entnommen werden, es sei denn, sie sind krank oder verletzt. Im nächsten Frühjahr müssen die Tiere dann aber wenn es keinen Bodenfrost mehr gibt, also Mitte Mai, möglichst im selben Gebiet wieder ausgesetzt werden. Natürlich nicht, wenn eine verkehrsreiche Straße in der Nähe ist. Will und kann man die Tiere selber pflegen und durch den Winter bringen, muss man sich darauf gefaßt machen, dass es sehr arbeitsintensiv wird. In großen Kisten, ca 2 qm pro Tier, - nur einzeln, da sie sich mit Ihresgleichen nicht vertragen - die Kisten ausgelegt mit mehreren Lagen Zeitungspapier, in ruhigen Räumen von ca. 20 Grad Wärme werden sie gehalten. Ein Schlafhäuschen brauchen sie auch mit zerknülltem Zeitungspapier ausgestopft. Sie machen selbst viel Unruhe, marschieren die Nächte herum, kratzen und nagen und versuchen auszubrechen. Gefüttert werden sie mit Katzenfutter, Trocken- und Nassfutter, gekochte Hühnerschenkel zum Abnagen. Auch Obst mögen viele Igel gern. Wenn sie ca 700 Gramm wiegen, kann man sie nach draußen in eine feste Kiste setzen und sie langsam auf den Winterschlaf vorbereiten. Das Tierheim Gießen kann bei Fragen helfen, es gibt aber auch Bücher, die man sich besorgen kann, um sich Rat und Hilfe zu holen.
__________________________________________________________________________________________________________

Waschbär gefunden - was tun?

Was tun mit Waschbär-Waisenkindern?

Jedes Jahr im späten Frühjahr werden junge Waschbären gefunden. Meist ist die Mutter nur allein auf Nahrungssuche oder will einfach ihre Ruhe haben vor den Rabauken. Sie wird im Laufe der Nacht oder des frühen Morgens wiederkommen. Lassen Sie die Kleinen da wo sie sind! Wenn sie allerdings auch am nächsten Tag noch da sind und anfangen zu jammern, ist der Mutter wahrscheinlich etwas zugestoßen. Dann ist guter Rat teuer!Vielfach wird geraten, die Kleinen ihrem Schicksal zu überlassen. Dass Jungtiere sterben, ist draußen im Wald und da, wo sie nicht gefunden werden, eine ganz normale, natürliche Sache und geschieht tausendfach. Sie machen sich auch nicht etwa strafbar, wenn Sie der Natur in dieser Weise ihren Lauf lassen! In den Tollwut-Gebieten Amerikas wird sogar eindringlich davor gewarnt, Waschbären auch nur anzufassen. Diese Gefahr ist bei uns sehr gering und so manch einer bringt es nicht übers Herz, die niedlichen Kleinen einfach liegen zu lassen.

Darf ich verwaiste Jungtiere oder einen toten oder kranken Waschbären mitnehmen?

Nein. Wenn Sie so ein Tier einfach mitnehmen, machen Sie sich der Wilderei schuldig! Der Jagdausübungsberechtigte (meist der Jagdpächter, es kann auch ein Eigenjagdbesitzer sein) hat die alleinige Befugnis sich Wildtiere, die dem Jagdrecht unterliegenden, anzueignen. Dies betrifft auch Tiere, die in Feld oder Wald gefunden werden, ob lebend, krank oder tot.Der Jagdpächter darf Ihnen aber z.B. einen toten Waschbären überlassen, da dieser keinen weiteren Schutzbestimmungen unterliegt, etwa um davon ein Präparat anfertigen zu lassen. Laut Bundesnaturschutzgesetz ist es ihm auch erlaubt, verletzte oder kranke Tiere aufzunehmen, um sie gesund zu pflegen. Dies trifft auch für noch nicht selbständige Jungtiere zu. Diese Aufgabe kann der Jagdpächter auch anderen Personen übertragen. Nach BundesNaturschutzGesetz §20g Abs.4 gilt: "Die Tiere sind unverzüglich in die Freiheit zu entlassen, sobald sie sich dort selbständig erhalten können."Wohngebäude, Hofanlagen und eingezäunte Hausgärten gehören zu den sog. "befriedeten Bezirken", in denen die Jagd ruht. Hier besitzt (mit Ausnahmen) der Grundeigentümer das Aneignungsrecht an Wild, also z.B. auch an verwaisten Waschbärbabys.
Wo kann ich Waschbär-Waisenkinder abgeben?
Tierheime sind für Haustiere zuständig und nicht befugt Wildtiere aufzunehmen. In einigen Bundesländern wurden Wildtier-Pflegestationen eingerichtet, die genau für diese Fälle zuständig sind. Nach Absprache mit dem örtlichen Jäger sollten Sie Waschbären dort abgeben. Leider sind solche Einrichtungen nicht flächendeckend vorhanden und fast alle leiden unter akuter Geldnot.Nach Absprache mit dem Jäger dürfen Sie kleine Waschbären ev. auch selbst aufziehen, wenn Sie adäquate Möglichkeiten dazu besitzen (s.u.). Um sie auswildern zu können, müssen die Waschbären so aufgezogen werden, dass sie in der Natur zurecht kommen und sich selbständig ernähren können (TierSchutzGesetz §3 Abs.4). Zur Auswilderung muss der Jagdausübungsberechtigte des jeweiligen Revieres sein Einverständnis geben. In Hessen ist das Aussetzen von allen Tieren, die dem Jagdrecht unterliegen (Ausnahme: Rebhühner und Fasane), allerdings nur mit Genehmigung der Jagdbehörde zulässig.

Wie geht man mit kleinen Waschbären um?

Wenn Sie selbst kleine, verwaiste Waschbären aufziehen wollen, dann müssen Sie in einer absolut günstigen Lage wohnen, mit Anschluss an den Wald und in der Nähe eines Gewässers. Dann geben Sie den Kleinen zuerst Katzen-Ersatzmilch, später Obst und so allerlei, bieten draußen in erhöhter Position eine Schlafbox an (Sie brauchen die Kleinen nicht einsperren!), gehen morgens und abends für ein paar Stunden ans Wasser (die Kleinen laufen Ihnen hinterher, wohin Sie auch gehen!) und im Herbst werden sich Ihre Schützlinge selbständig machen. Lassen Sie weibliche Tiere kastrieren, sonst haben Sie nächstes Jahr den eigenen Dachboden voller Waschbären! Männliche Tiere begeben sich im Herbst auf Wanderschaft und Sie werden sie nie wieder sehen. Wenn Sie derartige Möglichkeiten nicht haben, rate ich Ihnen dringendst davon ab! Sonst riskieren Sie Ihre Habe und Ihre Ehe! Davon abgesehen werden möglicherweise der örtliche Jagdpächter und einige Nachbarn Ihrem Tun nicht wohlwollend gegenüber stehen. (Lesen Sie dazu im Forum: Die traurige Geschichte von Biggi, dem Findelkind)Mit einem Leben in dauerhafter Gefangenschaft, mag das Gehege noch so schön sein, tun Sie keinem Waschbären einen Gefallen. Zoos und Tiergehege sind sowieso mit Waschbären überversorgt, da werden Sie auch kein Glück haben.

Zusätzliche Informationen zu Aufzucht und Umgang mit Waschbär-Waisenkindern finden Sie u.a. auf der GWN-Homepage unter Waschbär>Steckbrief>"Haltung und Aufzucht", auf der Seite Waschbären-Hilfe sowie ausführlich auf der amerikanischen Seite “The Gable’s Raccoon World” unter dem Link
Sollten Waschbären in menschlicher Obhut geimpft und entwurmt werden?
Ja! Das erste was man tun sollte, wenn man einen Waschbären bekommt, ist ihn zu entwurmen! Besser noch: Ihn entwurmen lassen, bevor man ihn bekommt! Damit habe Sie von vorneherein ein besseres Gefühl in Bezug auf die Gefahren, die sich im Zusammenhang mit dem Waschbär-Spulwurm ergeben. Die Entwurmung muß vorschriftsmäßig durchgeführt und regelmäßig wiederholt werden. Nicht alle Entwurmungsmittel wirken gegen den Waschbär-Spulwurm! Bewährt ist der Wirkstoff Fenbendazol, der z.B. im Mittel Panacur ® enthalten ist. Die Dosierung ist 50mg Fenbendazol pro Kilogramm Körpergewicht, jeweils drei Tage hintereinander.Als Schutzimpfung gegen Staupe, Leptospirose, Parvovirose und Tollwut können handelsübliche Kombinations-Vakzine zur Immunisierung von Hunden z.B. Vanguard7 ® und Enduracell 8 ® eingesetzt werden.
Kann man Waschbären als Haustiere halten?

Nein. Trennen Sie sich von der Illusion, ein Waschbär könnte jemals ein Haustier werden, auch wenn Sie gerade so ein niedliches Waschbärbaby haben und in den ersten Wochen noch daran glauben wollen. Waschbären sind absolut unerziehbar! Wenn Sie es versuchen sollten, werden Sie schnell die spitzen Raubtierzähne kennenlernen und der Umgang mit Ihren Pflegekindern wird sich bald sehr schwierig gestalten. Ihre Zimmerpflanzen und die Wohnungseinrichtung werden Sie schon nach kurzer Zeit des "Zusammenlebens" nicht mehr wiedererkennen! Ohne Kastration geht es gar nicht, denn mit der Geschlechtsreife können Waschbären in Gefangenschaft sogar gefährlich werden. Ich habe es schon erlebt, dass gerade besonders zahme und bis dahin liebe Rüden im Alter von etwa anderthalb Jahren urplötzlich bissig und regelrecht heimtückisch wurden. Sie haben mich wohl als Artgenossen angesehen und wollten mich aus dem Revier vertreiben. Und immer wieder hört man, dass auch Fähen unberechenbar werden und aus heiterem Himmel zubeißen. Das geht dann blitzartig und ohne Vorwarnung.
Manchmal werden junge Waschbären von Züchtern und sogar in Tierhandlungen angeboten. Lassen Sie sich nicht erzählen, man könnte sie als Haustier halten wie einen Hund oder eine Katze! Lassen Sie die Finger davon!!! Auch das Aufziehen und Laufenlassen in der Stadt ist unverantwortlich. Die handaufgezogenen Tiere werden u.U. besonders dreist und auffällig, möglicherweise sogar aggressiv und sind dann die ersten Kandidaten für eine Liquidierung!

Quelle: www.diewaschbaerenkommen.de






























 
Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü