Welpentransporte und Handel - TSV-Giessen

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Welpentransporte und Handel

Aktuelles

13.2.2012
Eine Welle der Empörung und Betroffenheit geht durch die Reihen der Tierfreunde

Wurde vor 3 Tagen doch ein Transporter mit 92 Hundewelpen in jämmerlichem Zustand von der Polizei aufgegriffen, die kleinen verstörten  Wesen aus ihren winzigen Transportkäfigen befreit und in das Nürnberger Tierheim verbracht. Dort versuchen Tierpfleger  nun die Kleinen zu retten, gesund zu machen, und wenn sie 10 Wochen alt sind zu vermitteln, damit sie es gut haben.
Der Tierschutzverein Gießen  möchte hier nicht auf den Zustand der Welpen eingehen, deren Angst, die Missachtung ihrer Bedürfnisse, ihre Schmerzen, die  Panik, den Stress, denn das hilft erst mal Niemandem.

Einen Bericht über diesen ungarischen Transporter in RTL schloss der Nachrichtensprecher mit den „tröstenden“ Worten: sie werden sicher alle ein gutes Zuhause bekommen!

So, ist denn damit die Welt nun in Ordnung? Diese 92 Tiere sind doch nur die Spitze eines Eisbergs.
Wie viele dieser Transporte werden NICHT zufällig durch eine Kontrolle aufgegriffen? Wie viele Transporter kommen an ihrem „Bestimmungsort“ an, an irgendeinem Parkplatz, bei irgendeinem Händler, der dann vollmundig im Internet wirbt: welche Rassen er denn alle hat oder beschaffen kann, dass die Tiere „medizinisch behandelt sind, gesund aufgezogen, alles reinrassige Welpen,  sind gut sozialisiert“ und angeboten mit „Finanzierungsservice“. So werden auf einer Homepage z.B. Labradorwelpen gegen Ratenzahlung angeboten, falls der Kunde nicht so viel Geld hat im Moment. Keiner erzählt diesen Interessenten, dass die Haltung eines Hundes einfach viel Geld kostet, nicht nur der Anschaffungspreis. Futter, Steuer, Versicherung, 3-4 Wurmkuren, 1 Impfung pro Jahr, mal ein Infekt, eine Verletzung, eine Beißerei, Hundeschule  und schnell gehen die Kosten in mehrere Hundert €.
Da diese wohl beschlagnahmten Hunde aus keiner geregelten Zucht kommen können (diese hier beschlagnahmten Hunde stammen aus Ungarn, aus einer der vielen furchtbaren Haltungen nur zum Export nach Westeuropa produziert unter jämmerlichsten Bedingungen) ganz sicher krank sind, Würmer haben, von  ihrer  Mutter viel zu früh getrennt wurden muss für jeden einsichtig sein. Sie haben nichts kennen gelernt, keine Kontakte mit Kindern gehabt, waren isoliert in Zwingern (wenn sie Glück hatten!) Man kann Hunde nicht in Mengen produzieren und alle immer vorrätig haben, wenn Interessenten sich anmelden. Inzucht ist nicht auszuschließen mit der entsprechenden Degeneration und verschiedenen Krankheiten. Und immer Welpen mit treuen traurigen schwarzen Äuglein bleiben sie auch nicht.

Vom Tierschutz ganz zu schweigen: was passiert mit diesen Hunden, wenn nur 2 aus einem Wurf verkauft werden, die übrigen dann halbstarke Junghunde werden, die nicht mehr so niedlich schauen mit schwarzen Kulleraugen? Wenn sie dann allein gehalten werden müssen, da sie geschlechtsreif werden und sich gegenseitig mobben? Darüber  sollte man sich einmal Gedanken machen. Was ist mit den vielen Müttern, die als Gebärmaschinen missbraucht werden, denen die Kinder oft noch in der Saugphase weggenommen werden und die sofort wieder gedeckt werden für „Nachschub“. Sie sitzen meist in verkommenen Verschlägen, in Schmutz, Kot und Kälte. Dort müssen sie ihre Kinder aufziehen, sind selbst halb verhungert und vegetieren ihr Leben vor sich hin!

Um diese Qualen zu reduzieren dürfen diese Händler ihre kriminellen Machenschaften nicht durch Erfolg krönen, es darf sich nicht lohnen, sie dürfen nicht daran verdienen.

Wir alle sind mitschuldig an diesem Elend, wir, wenn wir diese Welpen kaufen, aus Mitleid auf der einen Seite, aber auch als „Schnäppchenjäger“, die nicht bereit sind, für ein Lebewesen den Preis zu bezahlen, den es wert ist. Allein nur die medizinische Versorgung eines Welpen, bis er als geimpft abgegeben werden kann, betragen mehrere 100 €. Und soll er gesund bei seiner Mutter aufwachsen dürfen, im Haus und mit allen nötigen Reizen der Umgebung bekannt gemacht, ist er eben nicht für 100 oder 200,-€ zu haben.
Bitte unterstützen Sie nicht diese kriminellen Händler, Tiere kann man nicht wie einen Pullover kaufen, den Preis aushandeln. Auch wenn Sie jemanden kennen, der gern einen Welpen möchte, sprechen Sie ihn an, weisen Sie darauf hin, keinesfalls solche Sonderangebotspreise zu akzeptieren. Sie unterstützen mit dem Kauf eines Billigwelpen diese kriminellen Machenschaften. Der Fahrer des ungarischen Transportfahrzeugs musste nur einige Tausend € Strafe bezahlen, wurde nach Hause geschickt und ist bestimmt schon wieder dabei, die nächste Fuhre Billighunde für Deutschland zusammenzustellen. Die Kunden warten ja! Obwohl es im Tierschutzgesetz verboten ist, junge Welpen ohne ihre Mutter zu transportieren.
Wenn Sie einen Welpen suchen, dann beachten Sie bitte unbedingt wichtige Vorgaben, um sich und das Tier zu schützen und die Machenschaften der kriminellen Tierproduzenten mit mafiösen Strukturen nicht zu unterstützen:
Muss es unbedingt ein Welpe sein (haben Sie die Hundeerfahrung, die man dafür braucht?)


Muss es unbedingt ein Rassehund sein? Und dann eine, die aus tierquälerischer Zuchtlinie stammt,

• wie extrem gezüchtete Möpse, Bulldoggen und Boxer mit kaum mehr vorhandenen Nasen, die ihr gesamtes Leben um Atemluft kämpfen müssen und immer kurz vor dem Erstickungstod stehen,
• wie Faltenhunde (Ekzeme, Hautallergien), Ridgebacks, die zu offenem Rücken neigen,
• Schäferhunde mit Gelenkproblemen, da es einfach „schick“ ist, die Hinterläufe nach unten zu ziehen und die Hunde oft ihr Leben lang nicht richtig laufen können,
• hyperaktive Hunde wie Malinois und Hütehunde,

Bitte bestehen Sie beim Kauf eines Welpen darauf, die Mutter und die Geschwister zu   sehen, den Ort, an dem die Welpen aufgezogen wurden, beobachten Sie genau, wie die Kleinen auf den Verkäufer reagieren, haben sie Angst?
Wirken sie unsicher, sehen sie nicht gesund aus?
Gehen Sie zum Tierarzt, der die Kleinen medizinisch versorgt hat.
Informieren Sie sich genau über die Rasse und die Charaktere

Schauen Sie sich am besten in den Tierheimen nach Mischlingshunden um, die nicht extra produziert werden, sondern schon da sind und gerettet werden. Suchen Sie sich einen Ort, wo Sie richtig beraten werden, ob diese Rasse und genau dieser Hund  zu Ihnen und in Ihren Haushalt passt. Im Tierheim Gießen werden Sie z.B. bestmöglich, geduldig und freundlich beraten. Zusammen finden wir für Sie den richtigen Hund. Ein Hund kostet Geld, und wenn man sich ihn im Moment nicht leisten kann, dann muss man die Finger davon lassen.
Bitte informieren Sie weiter: Kein Geld für die kriminellen Hundehändler und Produzenten! Auch nicht aus Mitleid für die Kleinen! Ein krankes, schlecht sozialisiertes Tier wird in jedem Fall viel teurer als ein geimpfter, entwurmter und glücklicher Hund!
Die Nachfrage reguliert den Markt! Und wir sind die Nachfrager….

A. Achenbach-Heinzerling für den Tierschutzverein Gießen.

 
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