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TV / Presse

Nutztierschutz
„die Größe und den moralischen Fortschritt einer Nation kann man daran ermessen, wie sie die Tiere behandelt.“ Mahatma Gandhi
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07.09.2017, Deutscher Tierschutzbund
Tierschutz-Check zur Bundestagswahl 2017
Orientieren Sie sich bei Ihrer Wahl an den Positionen der Parteien in Sachen Tierschutz. Wir haben bei den im Bundestag vertretenen Parteien nachgefragt, wie aktiv sie sich für das Wohl der Tiere einsetzen wollen... >>> Beitrag ansehen

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04.09.2017, UTOPIA
TV-Tipp: Armes Schwein – Fettes Geschäft
Wir Deutschen lieben Schweinefleisch und kaufen es gerne möglichst billig. Doch hinter dem Discounter-Schnitzel steckt eine Industrie, die auf das Wohl von Tieren, Umwelt und Menschen wenig Rücksicht nimmt... >>> Beitrag ansehen

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31.07.2017, Das Erste
Die Eierlüge
Gerade bei Eiern setzen viele Verbraucher darauf, dass sie aus biologischer oder zumindest aus Freilandhaltung kommen. Immer wieder stoßen Ermittler aber auf Betrügereien in großem Stil beim Geschäft mit Eiern... >>> Beitrag ansehen

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12.07.2017, Stern TV
Diese Zustände in der Schweinemast sind leider keine Seltenheit
Kranke und verletzte Schweine, mangelnde Hygiene und unwürdige Haltungsbedingungen – das ist die bittere Realität für Millionen Schweine in Deutschland. Schweinemast ist kein dankbares Geschäft, das weiß auch die neu ernannte NRW-Landwirtschaftsministerin. Diese Bilder entstanden in einem von ihr geführten Betrieb... >>> Beitrag lesen

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08.07.2017, Albert Schweitzer Stiftung
Diskussion: Parteien zur Tierschutzpolitik
»Wir haben die Wahl – Tiere nicht. Tierschutzpolitik nach der Bundestagswahl 2017«. So lautete der Titel der öffentlichen Podiumsdiskussion am 28. Juni 2017 in Berlin... >>> Beitrag lesen

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26.04.2017, Albert Schweitzer Stiftung
Tierschutzbündnis gegen staatliches Tierwohllabel
Das Tierschutzbündnis (Albert-Schweitzer-Stiftung für unsere Mitwelt, Bundesverband Tierschutz e.V., Bund gegen Missbrauch der Tiere e.V., PROVIEH e.V., VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz) kritisiert die am Dienstagnachmittag von Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt veröffentlichten Kriterien für die Einstiegsstufe des neuen staatlichen Tierwohllabels... >>> Beitrag lesen

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06.05.2017, Albert Schweitzer Stiftung
Greenpeace: Schweinehaltung ist im Regelfall illegal
Greenpeace ist seit einigen Monaten sehr aktiv rund um das Thema Fleisch. Dazu gehören u. a. Proteste gegen Billigfleisch und die Forderung, den Fleischkonsum zu halbieren. ... >>> Beitrag lesen

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09.12.2016, BR
Müssen wir die Gefühle der Tiere mehr achten?
Wieder haben sich Schlachthöfe nicht an das Tierschutzrecht gehalten, haben Kollegen von BR Recherche und Süddeutscher Zeitung herausgefunden. Was sagt unser Umgang mit Tieren über uns aus?... >>> Beitrag lesen

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24.10.2016, neues Deutschland
Tierwohl ohne Tierschutz
»Pro Vieh« verlässt als letzte Tierschutzorganisation das Vorzeigeprojekt der deutschen Agrarwirtschaft... >>> Artikel lesen

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24.10.2016, Gießener Allgemeine
Ein Bauer, zehn Leser: Führung auf dem Sonnenhof
Buseck (khn). Seit einem Jahr begleitet diese Zeitung den Sonnenhof und den Landwirt Jürgen Scheld. Wir berichten über seine Arbeit, sein Leben und seine Ansichten. Jetzt waren zehn Leser zu Besuch auf dem Sonnenhof und erhielten einen Einblick in den etwas anderen landwirtschaftlichen Biobetrieb. ... >>> Artikel lesen

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19.10.2016, NDR
7 Tage... unter Schlachtern
Sonntag, 20. November 2016, 15:30 bis 16:00 Uhr

Steak essen? Klar. Ein Tier töten? Niemals! Wer sich heute entscheidet, Fleisch zu essen, muss sich nicht die Hände schmutzig machen, sondern einfach zum nächsten Supermarkt gehen. Ganz so, als wüchse Hackfleisch im Kühlregal. Ehrlich ist das nicht, finden die Autoren Fabienne Hurst und Hans Jakob Rausch. Sie heuern 7 Tage in einer Schlachterei in Hamburg-Billwerder an. >>> Beitrag ansehen

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10.10.2016, Utopia
Alnatura stoppt Kükenschreddern
Der Bio-Supermarkt Alnatura will nur noch Eier von Legehennen anbieten, deren männliche Geschwister („Bruderküken“) als Masthähnchen aufgezogen werden. Die „Bruderküken-Initiative“ soll ab sofort starten.  . >>> Artikel lesen

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1.10.2016,Gießener Allgemeine
Die Insel ist gefährdet
Wenn der Biobauer Jürgen Scheld von seinem Hof spricht, hat er das Bild einer
Insel im Kopf. Für ihn sind landwirtschaftliche Betriebe geschützte Räume für Tiere,
Menschen und Pflanzen. Doch diese besonderen Orte sind massiv gefährdet, sagt
der Großen-Busecker. Warum, hat er uns erzählt.  . >>> Artikel lesen

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19.9.2016, Der Spiegel
Trauer der Sauen
Was wir essen, stammt oft von kranken Rindern, Schweinen, Puten und Hühnern - selbst wenn es von Biohöfen kommt. Dennoch verweigert die Politik die Wende in der Nutztierhaltung

Auf dem Lämmerhof im lauenburgischen Panten laufen Hausschweine auf großen Weiden. Von der Grasnarbe ist nicht mehr viel übrig, die Fläche ist lehmbraun, wie umgegraben. Bauer Detlef Hack freut sich: "Das muss so sein, erklärt er. "Schauen Sie sich den gewaltigen Nacken der Schweine an. Das ist der Motor, der vorn die Wühlscheibe antreibt."  . >>> Artikel lesen

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22.9.2016, Tagesschau
Erschütternde Bilder aus Ställen von Bauern-Chefs
n Ställen von führenden Funktionären deutscher Landwirtschaftsverbände ist es offenbar zu massiven Tierschutzverletzungen gekommen. Das zeigen heimliche Aufnahmen von Tierschutz-Aktivisten, die NDR und SZ vorliegen.

Von Oda Lambrecht und Christian Baars, NDR
Schweine laufen über saubere Böden, Bauernhände liebkosen ein Ferkel - mit solchen Bildern versucht der Deutsche Bauernverband am Image der Schweinehalter zu arbeiten. Das Motto: "Wir machen Tierwohl". "Die deutsche Tierhaltung steht für tiergerechte Tierhaltung", sagte Joachim Rukwied beim Spitzentreffen des Bauernverbands im Juni dieses Jahres. "Wir haben hier eine gewisse Vorbildfunktion - auch weltweit gesehen."
So gesehen müssten insbesondere die Chefs der wichtigen Landwirtschaftsverbände in Deutschland besondere Vorbilder sein. Doch Aufnahmen der Tierschutz-Organisation "Animal Rights Watch" (ARIWA), die NDR und Süddeutscher Zeitung vorliegen, zeigen nun ein ganz anderes Bild: schwer verletzte Schweine, dreckige Ställe voller Kot, Ferkel, die brutal getötet werden, Puten mit tiefen, klaffenden Wunden. . >>> zum Bericht

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22.9.2016, die Welt
Wir essen Fleisch, Milch und Eier von kranken Tieren
Entzündete Euter, kaputte Gelenke bei Schweinen und Hühnern: Laut Foodwatch ist ein Viertel aller Nutztiere krank und liefert dennoch Lebensmittel. Die Situation sei auf kleinen Biohöfen nicht besser.

Mindestens jedes viertes Tierprodukt stammt von einem kranken Nutztier. Das ist das Ergebnis einer Auswertung wissenschaftlicher Studien durch die Verbraucherorganisation Foodwatch. Demnach stammt etwa jeder zehnte Liter Milch von Kühen mit entzündeten Eutern. Nach Schlachthofbefunden leidet etwas jedes zweite Schwein an haltungsbedingten Krankheiten. Und laut Statistiken, die Foodwatch herangezogen hat, werden vier von zehn Eier von Hennen mit Knochenbrüchen gelegt. . >>> zum Bericht

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21.9.2016, Gießener Allgemeine
Landwirt Franz schafft sein Milchvieh ab
21 Cent bekommt ein Bauer im Moment für den Liter Milch – etwa 35 Cent kostet ihn die Produktion. Seit diesem Frühjahr macht das Wort von der Milchpreiskrise die Runde. Und sie wirkt sich auch in der Region aus: Landwirt Franz aus Fernwald schafft sein Milchvieh ab. Es rechnet sich nicht mehr. >>> Artikel lesen

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16.9.2016, Gießener Allgemeine
Mut zum Niutztierschutz
Gießen (cg). Tierschutz beschränkt sich nicht auf Hund und Katze, sondern schließt auch Nutztiere mit ein. Stärker als bisher will der Tierschutzverein künftig Themen rund um die Haltung von Kühen, Schweinen und Hühnern in den Mittelpunkt seiner Arbeit stellen. »Wir können nicht die Welt retten, aber wir wollen zeigen, dass man mit kleinen Schritten etwas bewirken kann«, sagt Tierheim-Geschäftsführerin Katja Klimek. »Kleine Schritte sind besser als gar keine.«. >>> Artikel lesen

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15.9.2016, Gießener Anzeiger
Entspanntes Leben für alle Tiere
ARTGERECHT Astrid Paparone und Katja Klimek stellen neues Logo und Wandel im Auftritt des TSV vor
Giessen - (ee). Tierschutz umfasst nunmehr auch Nutztiere. Zum Ausdruck bringt dies der Tierschutzverein Gießen und Umgebung (TSV) auch mit seinem neuen Logo, auf dem unter einem großen Dach neben Hund und Katze auch ein Rind abgebildet ist.
Vorstandsmitglied Astrid Paparone und Katja Klimek von der Geschäftsleitung des Tierheims stellten das neue Logo vor. Es löst das in die Jahre gekommene und nicht mehr zeitgemäße Emblem des Vereins ab. Damit geht auch ein Wandel im Auftritt des Tierschutzvereins einher, der sich für alle Tierarten verantwortlich fühlt und sich den Worten von Mahatma Gandhi verbunden fühlt: "Die Größe und den moralischen Fortschritt einer Nation kann man daran messen, wie sie ihre Tiere behandeln."«. >>> Artikel lesen
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25.8.2016, Gießener Anzeiger
Die Sinne ansprechen
WETTERAUKREIS - (jwn). Ökolandbau ist die Landwirtschaft der Zukunft – das jedenfalls behaupten die Biobauern. Und damit sie mit dieser Ansicht nicht alleine bleiben, sondern möglichst viele Konsumenten davon überzeugen können, lädt der Wetteraukreis vom 26. August bis zum 4. September zu einer Bio-Woche ein.
Was bedeutet eigentlich Ökolandbau? Wie werden ökologische Lebensmittel in der Wetterau hergestellt. Oder welche Voraussetzungen müssen Ökobetriebe erfüllen, um ihre Erzeugnisse als Bio-Produkte verkaufen zu können. >>> Artikel lesen

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11.8.2016 Gießener Allgemeine
Zwei Schwestern übernehmen Leitung des Warthofs
Grünberg (tb). Auf dem Warthof am Rande von Grünberg ist vieles anders, wenn auch nicht alles. Dass sämtliche 40 Milchkühe den Besitzern namentlich bekannt sind, dürfte häufiger vorkommen. Liebling ist hier die »tiefenentspannte Gabi«, sie wird gerne in den Arm genommen. Auch dass die gesamte Familie mit anpackt, dürfte eher die Regel sein. Nur auf dem Warthof aber findet sich – neben Weiden, Äckern, Ställen – ein immerhin vier Hektar großer Obstgarten. Mit allein 150 Apfelsorten. Darunter solche, die es längst nicht mehr gäbe, hätte sie nicht der enthusiastischer Pomologe Heinrich Sauerbier kultiviert. Was vor allem aber anders, zumindest im Kreis Gießen einmalig ist: Hier hat nicht »der Bauer« das Sagen, sondern zwei Frauen. Zum 1. Juli haben Annemarie und Heike Sauerbier die Betriebsleitung übernommen. Und um es vorwegzunehmen: Ein Bauer wird hier nicht gebraucht. >>>Artikel lesen
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22.7.2016, Gießener Allgemeine
Fleißige Direktvermarkter
Man findet sie nicht nur weiter entfernt im ländlichen Raum des Kreises, sondern auch unmittelbar in der Nähe von Gießen. Keine fünf Kilometer sind es bis zum Wißmarer Bauernhoflädchen. Besuch der Zeitung beiAndreas Stroh und dessen Familie, bei Landwirten mit Leib und Seele. Ist das ein Radweg zwischen Wißmar und Launsbach? Der alte Wetzlarer Weg durch die Wiesen, der die Dörfer verbindet? »Ja. Auch« sagt Andreas Stroh. »Zuerst ist es aber ein Feldweg. Der Weg, den wir zu unserem Arbeitsplatz benutzen müssen«. Ein Wirtschaftsweg, der auch für die Radfahrer freigegeben ist, ergänzte Gattin Simone. Strohs sind Landwirte mit Leib und Seele, stammen beide aus Familien mit bäuerlicher Tradition. >>>Artikel lesen

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1.7.2016, Gießener Anzeiger
Tierversuche an der JLU
Rund 15 000 Wirbeltiere wurden allein im Jahr 2014 – nach eigenen Angaben – an der Justus-Liebig-Universität (JLU) für Tierversuche eingesetzt. Durchschnittlich 40 Tiere pro Tag, von denen der Großteil getötet wird. Über die Zahl der wirbellosen Tiere ist nichts bekannt. „Das ist eine erschreckend hohe Zahl“ kritisierte Maria Klein von der Tierrechtsgruppe Gießen. Gemeinsam mit dem Ökologiereferat des Allgemeinen Studierendenausschusses (Asta) hatte die Gruppe zu einer Informationsveranstaltung zum Thema Tierversuche geladen. „Eigentlich sollte es eine Podiumsdiskussion geben“, so Klein. Dies sei jedoch daran gescheitert, dass sich seitens der Universität kein Befürworter der Tierversuche zu einem Gespräch bereiterklärt habe. Aus dem gleichen Grund seien geplante Diskussionen auch an anderen Universitäten gescheitert.. >>>Artikel lesen

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Esstrend Vegan, wdr
21.07.2015 | 29:33 Min. | UT | Verfügbar bis 21.07.2016 | WDR
Der Veganismus zählte 2013 zu den Megatrends im Bereich Esskultur, aber im Alltag wird Veganern oft immer noch mit Skepsis begegnet. Veganismus wird oft als Lebensstil von naiven Weltverbesserern oder radikaler Aktivisten verurteilt, die genussfeindlich seien. Es hält sich auch das Gerücht, dass man als Veganer nicht gesund und fit bleiben kann.

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7.6.2016, Gießener Allgemeine
Die Verbraucher erwachen
Ulrichstein (dar). Deutschland steckt mittendrin in der Milchkrise. Während viele konventionelle Betriebe ums Überleben kämpfen, geht es Berichten zufolge den Biobauern verhältnismäßig gut. Ein Besuch.
Die Dömane Selgenhof in Ulrichstein setzt schon seit über 20 Jahren auf ökologische Landwirtschaft. In der hauseigenen Molkerei werden Frischmilch, Butter, Sahne, Joghurt und Buttermilch hergestellt. Bioprodukte sind zunehmend gefragt.

»Die Verbraucher erwachen langsam, das ist gut«, sagt Thilo Junge, der mit Ehefrau Sybille den Selgenhof seit 1994 betreibt. Bis 2015 gemeinsam mit Familie Tümmler. 300 Hektar Land und 185 Kühe zählt der Betrieb, der die Milch in der angeschlossenen Molkerei verarbeitet und zum Großteil
selbst vermarktet. Geliefert wird direkt an den Endverbraucher, aber auch an zahlreiche Supermärkte. Außerdem versorgt der Vogelsberger Ökoproduzent rund 75 Kindergärten mit seiner Milch. »Wir bekommen knapp 50 Cent pro Liter«, sagt Junge. »Das genügt, damit der Hof seine Kosten decken kann.« Im Prinzip reiche der Erlös aber nicht: »Ich kann meinen Mitarbeitern nicht die Löhne zahlen, die ich für ihre Leistung gerne zahlen würde. Die für die schwere Arbeit angemessen wären.«

»Milchkrise hausgemacht«

Die aktuelle Milchkrise hält Junge für hausgemacht. In Europa werde Milch für die Welt produziert. Exportiere man nach Russland und China, sei die Entwicklung auch von den Märkten dort abhängig. »Wenn wir uns solche Märkte erschließen, dann kann uns das auf die Füße fallen. Wir müssen auch mit Einbrüchen und Abhängigkeiten rechnen«, sagt er. »Das Erzeugungsniveau ist einfach deutlich zu hoch«, bringt er das Problem auf den Punkt. Und warum wird zu viel Milch produziert?

Die konventionelle Landwirtschaft fahre sich Futtermittel aus der ganzen Welt hierher, insbesondere Soja aus Südamerika, wo es unter nicht unproblematischen Bedingungen angebaut werde. Dort herrschten ganz andere Umwelt-, Menschen- und Arbeitsrechtsstandards als bei uns. »Mit dem billigen Soja werden Berge von Fleisch und Berge von Milch erzeugt«, erläutert Junge weiter. Die Gülle, die dabei anfalle, fahre aber keiner nach Südamerika. Die bleibe hier, sorge für ein Grundwasserproblem. Die globalen Kreisläufe liefen im Allgemeinen, aber vor allem auch in der Landwirtschaft nicht rund. »Wir produzieren Milch für einen Markt, der unsere Milch vielleicht gar nicht braucht. Wo sich die Landwirtschaft dran machen müsste, selber Milch zu erzeugen«, sagt Junge und plädiert dafür, stattdessen Know-how zu exportieren. Eine politische Reglementierung der Milchmengen in Deutschland und Europa hält er langfristig nicht für den richtigen Weg. Ein Anbau, der für den Naturgesamtkreislauf verträglicher wäre, würde das Problem lösen. Es gebe dann nicht diese Übermengen an Milch und Fleisch.

Der Ökolandbau setzt genau dort an: »Wir haben das Ziel, von unserer eigenen Fläche oder zumindest aus regionalen Wirtschaftskreisläufen zu erzeugen«, erklärt Junge. Das heißt: Weitestgehend eigene Versorgung mit Futtermitteln und anderen Bedarfsgütern sowie eigene Düngererzeugung über die Tierhaltung. Und schließlich: den Rückfluss aufs Ackerland. Darüber wird der Mehrertrag generiert. Der falle deutlich geringer aus als im konventionellen Landbau. Zum Vergleich: Eine Kuh auf dem Selgenhof produziert 6000 Liter Milch im Jahr, in konventionellen Betrieben gibt ein Tier 9000 bis 11 000 Liter in den gleichen Zeitspanne. Der Ökobauer muss aber auch Kompromisse eingehen und Futtergetreide und Stroh regional zukaufen, weil der Selgenhof keinen Ackerbau betreibt. Die Fütterung hat bei Junges allerdings einen sehr hohen Stellenwert: Neben Gras beim täglichen Weidegang bekommen die Tiere Grassilage, Heu, Futtergetreide und Bohnen. Was in den Trog kommt, habe Einfluss
auf den Geschmack der Milchprodukte.

Während die konventionellen Bauern einen Milchpreis von rund 40 Cent bräuchten, um über die Runden zu kommen, setzt Junge den Wunschpreis für die Ökobauern bei 60 bis 65 Cent an. Der Betrag sei nötig, damit sich die nachhaltige und faire Produktion weiterentwickeln könne, die mittlerweile von den Kunden auch nach und nach immer mehr gewünscht werde. Das aktuelle Preisgefüge sei ein gesellschaftlicher Ausdruck. Bislang dürften Lebensmittel nicht teuer sein. Wenn jemand nicht viel ausgeben möchte, müsse er aber auch akzeptieren, dass es Käfighaltung bei den Hühnern gibt, Massen von Schweinen, die nie die Sonne sehen, und eine Milchviehhaltung, bei der die Kühe nicht mehr auf die Weide kommen.

»Doch allmählich interessieren sich die Verbraucher erfreulicherweise immer mehr dafür, wo die Milch herkommt und zu welchen Bedingungen sie produziert wird«, sagt der Landwirt. Viele Leute, die den Vogelsberger Hof besuchen, fielen aus allen Wolken, wenn er ihnen erzähle, dass die Kälbchen nach zwei Wochen verkauft werden: »Warum bleiben sie nicht bei der Mama?«, werde gefragt. »Das umzusetzen, wäre meine persönliche erste Leidenschaft«, sagt Junge, dann bräuchte es allerdings einen deutlich höheren Milchpreis.

Kinder sensibilisieren

»Die Verbraucher müssen sich fragen, ob ihnen ein renommiertes Mineralwasser, das nur aus dem Boden plätschert und in die Flasche kommt, nicht doch ein bisschen weniger wert ist als ein Liter Milch, für den enorm viel gearbeitet werden muss«, betont der Landwirt.

Junge setzt auf Bildung: »Wir müssen in der Schule bei den Kleinen anfangen. Die Kinder dafür sensibilisieren, dass landwirtschaftliche Lebensmittelerzeugung nicht eins zu eins vergleichbar ist mit industrieller Produktion.« Landwirtschaft ticke anders. Die bewusste Entscheidung für Bioprodukte sollte nicht nur aus Gründen der gesunden Ernährung gefällt werden. Vielmehr deshalb, weil der Verbraucher möchte, dass eine Landwirtschaft praktiziert wird, die Boden, Tiere, Landschaft und Grundwasser auch für die Zukunft gesund hält.

»Eine Biomilch ist von den Inhaltsstoffen her nur wenig anders als eine konventionell erzeugte Milch«, sagt Junge. Ob sie gut schmeckt, hänge vielleicht davon ab, ob die Tiere auf die Weide gehen oder nicht. »Essen Sie ein konventionelles Brot, werden Sie nicht krank davon. Essen Sie ein Biobrot, werden sie nicht zwangsläufig gesünder, aber sie geben den Stimmzettel anders ab. Sie stimmen für eine gesunde Zukunft«, erläutert der Landwirt, der einen der rund 1860 Biobetriebe in Hessen betreibt. Dem Umweltministerium zufolge sind das elf Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe im Bundesland.

Im Zuge der Milchkrise werden immer mehr Rufe nach einer breiten Umstellung auf Ökolandbau laut. Doch auch das will genau überlegt sein. »Wenn das jetzt alle nur wegen des vermeintlich hohen Milchgelds machen, dann bricht auch der Biomarkt zusammen«, sagt Junge, der die hauseigene Molkerei für die Zukunft gerne vergrößern würde. »Denn unsere Räume reichen für eine Erweiterung des Sortiments nicht mehr aus«, sagt der Landwirt, der sich ganz bewusst und mit ganzem Herzen für die Ökolandwirtschaft entschieden hat. Und das schon vor über 20 Jahren.

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7.4.2016 GEO
Was, wenn wir alle Vegetarier wären?
Wenn niemand mehr Fleisch äße, wären wir und der Planet deutlich gesünder. Dafür liegen jetzt erstaunliche Zahlen vor: Sieben Millionen weniger Tote pro Jahr bis 2050, zwei Drittel weniger Treibhausgase aus der Lebensmittelproduktion. Etwa 1,5 Billiarden US-Dollar würden jährlich eingespart.


 
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